DAS UNGESEHENE SICHTBAR MACHEN

 

Hans Peter Riegel stellte 2014 erstmals Arbeiten aus seine fotgrafischen Werk aus.

Unter dem Titel SOME PIECES präsentierte er eine Entdeckungsreise in sein umfangreiches Archiv. Mit seinem Bilderzyklus NIGHT PIECES  knüpft an Ideen der ersten Ausstellung an.

 

Beschäftigte er sich damals mit übersehenen, wegen ihrer Schadhaftigkeit aussortierten, eigentlich schon aus der Erinnerung getilgten Motiven, widmet er sich heute wieder dem Übersehenen, dem nicht Wahrgenommenen.

 

NIGHT PIECES sind Pflanzen, die im Schatten blühen, Unkraut und Gestrüpp, die niederen Gewächse der Stadt. Riegel findet sie bei seinen täglichen Spaziergängen. Er rückt sie in den Mittelpunkt unserer Betrachtung, indem er sie im Moment ihres Auffindens in gleissendem Sonnenlicht fotografiert und somit glorifiziert.

 

Die Entscheidung für Positiv oder Negativ, die Veränderungen von Kontrasten und Färbungen, indem er Sehgewohnheiten verlässt und Irritation forciert, solchermassen entwickelt Riegel eine höchst eigenständige, ästhetische Intensivierung seiner puristischen Bildgestaltung.

 

Wie in seinem gesamten künstlerischen Schaffen, so provoziert Riegel auch für seine NIGHT PIECES Aufmerksamkeit. Er verlangt die genaue Betrachtung, die Entdeckung der Schönheit im eigentlich Unscheinbaren.